AFM-Aufsicht über Kapitalanlagen

Was macht die Autoriteit Financiële Markten (AFM) — und wo endet ihre Macht?

Was ist die AFM?

Die Autoriteit Financiële Markten (AFM) ist die niederländische Aufsichtsbehörde, die die Finanzmärkte überwacht. Die AFM prüft, ob sich Anlageunternehmen an das Gesetz halten, über die richtigen Lizenzen verfügen und Verbraucher ehrlich und vollständig über die Risiken von Finanzprodukten informieren.

Lizenzpflicht

Unternehmen, die in den Niederlanden Wertpapierdienstleistungen anbieten, benötigen grundsätzlich eine Lizenz der AFM. Die Lizenzpflicht dient dem Schutz der Anleger: Lizenzierte Unternehmen werden überwacht, müssen Auflagen erfüllen und können sanktioniert werden, wenn sie gegen die Regeln verstoßen. Es gibt jedoch Ausnahmen. So benötigte die Floresteca B.V. Niederlande keine Lizenz, da sie Anleihen mit einem Nennwert ab 50.000 € anbot. Durch die bewusste Anwendung dieses Schwellenwerts fiel Floresteca aus dem Lizenzsystem der AFM heraus — ein Konstrukt, das darauf abzielte, ohne Aufsicht agieren zu können.

Die Grenzen der Aufsicht

Der Zuständigkeitsbereich der AFM endet an der niederländischen Grenze. Anlageprojekte, die sich im Ausland befinden — wie Teakholzplantagen in Brasilien, Minen in Afrika oder Immobilien in Asien —, entziehen sich dem Zugriff der AFM. Die Aufsichtsbehörde kann nicht kontrollieren, was auf einer Plantage in Brasilien passiert, kann ein brasilianisches Unternehmen nicht zur Informationsweitergabe zwingen und kann nicht gegen ausländische Vorstände vorgehen. Das bedeutet, dass ausländische Anlagekonstruktionen faktisch freies Spiel haben.

Goodwood und die AFM

Goodwood Investments besaß keine AFM-Lizenz und wurde nach jahrelangen gerichtlichen Verfahren schließlich gezwungen, den Verkauf von Garantieprodukten einzustellen. Das Unternehmen ignorierte die Vorschriften und operierte jahrelang gesetzeswidrig.

Die AFM vs. eine Sammelklage

Die AFM kann warnen, durchgreifen und Bußgelder verhängen, aber sie kann KEINEN Schadensersatz für Sie regeln. Die Aufsichtsbehörde schützt den Markt als Ganzes, hilft aber nicht einzelnen Anlegern dabei, ihr Geld zurückzufordern. Dafür ist ein zivilrechtliches Verfahren erforderlich — eine Sammelklage über eine Stiftung wie die BFRG.

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